Sperrpfosten

Sperrpfosten - auch gern „Poller“ genannt - findet man häufig an Kreuzungen von Fuß-/Radwegen mit mehr oder weniger stark befahrenen Straßen. Es gibt Ausführungen als doppelter Sperrpfosten nebeneinander oder als einzelner Sperrpfosten mittig (mitunter rechts und links des Weges mit weiteren Sperrpfosten flankiert).

Erster Grundsatz sollte entsprechend VwV-StVO zu § 45 sein zu prüfen, ob an der fraglichen Stelle nach StVO § 45 (9) überhaupt ein Sperrpfosten unbedingt erforderlich ist! Diese behindern i. d. R. eher den Radverkehr und stellen Unfallrisiken dar. Zudem sind zu viele Sperrpfosten überhaupt nicht oder nur unzureichend entsprechend StVO § 43 (1) markiert. Damit werden sie nicht nur bei ungünstigen Sichtverhältnissen insbesondere von Radfahrergruppen wegen ihrer geringen Höhe schlecht wahrgenommen. Dort, wo solche Sperren vom auszuschließenden Verkehr (z.B. Kfz-Durchgangsverkehr) einfach umfahren werden können, verfehlt die Anlage ihren Sinn.

Wenn sich Sperrpfosten bzw. Poller nicht vermeiden lassen, sollte unbedingt beachtet werden, dass

  • die einzelnen Sperrpfosten möglichst großflächig/vollständig retroreflektierend und kontrastreich rot/weiß markiert sind,
  • die Sperrpfosten an Kreuzungen/Einmündungen mindestens 3 m von der Bordsteinkante weg in den Wegeverlauf hinein gerückt sind, um ein zügiges Räumen der zu querenden Straßen durch Radfahrergruppen, Räder mit Hänger oder Spezialfahrräder (z.B. Liegeräder) zu ermöglichen,
  • beidseitig vorab möglichst eine Warnung per Schild (wo möglich: Beschilderung nach StVO § 45 (9)) erfolgt (bei abschüssigen Strecken ausreichend weit vorab!),
  • die Durchfahrbreite mind. 1,30 m beträgt,
  • der (mittig installierte) Sperrpfosten in einen mindestens 20 m langen Keil aus weißer Markierung auf der Fahrbahn einzufassen ist, der den Weg teilt,
  • das unkomplizierte Befahren durch Rettungsfahrzeuge (ggf. Kehrmaschine, Winterdienst) zu jeder Zeit ermöglicht sein muss,
  • auf „Schleichwegen“ mitunter ein mittiger Sperrpfosten an unumfahrbarer Stelle im Verlauf effektiver ist, als Sperrpfosten direkt an Einmündungen,
  • einem einzelnen mittig im Weg installierten Sperrpfosten der Vorzug vor zwei nebeneinander stehenden Sperrpfosten gegeben werden sollte (kann von zwei Radlern gleichzeitig passiert werden).

Zahlreiche wertvolle Hinweise und Empfehlungen können Sie der ERA 2010 (11.1.10) (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, 11.1.10,  ISBN 978-3-941790-63-6) entnehmen.

Sperrpfosten Radwege
Lang gezogener, gut erkennbar markierter „Umfahrungskeil“ - gut erkennbarer, reflektierend markierter Sperrpfosten - so sollte es sein
Sperrpfosten Radwege
Auch gut: Umfahrungskeil und Richtungspfeile markiert
Sperrpfosten Radwege
Sehr zu empfehlen: zusätzliche Warnung in ausreichendem Abstand vor dem Sperrpfosten
Sperrpfosten Radwege
Im Ansatz gut gedacht: StVO-Schild als mittig installierter Sperrpfosten - ABER: als unmarkierter Sperrpfosten schlecht zu sehen und dadurch eine gefährliche Unfallquelle
Sperrpfosten Radwege
Gefährlich, weil schlecht erkennbar: kaum markierter Sperrpfosten ohne Kontrastfarben
Sperrpfosten Radwege
Ungünstig: zu schmale Durchfahrbreite für Räder mit Gepäck oder Hänger sowie Spezialräder (Dreiräder, Liegeräder etc.)
Sperrpfosten Radwege
Hinterhältig gefährlich: umgeklappte Sperrpfosten - unbedingt zu vermeiden
Sperrpfosten Radwege
Machen nicht nur hässliche Löcher in Fahrradreifen: „vergessene“ Reste demontierter Sperrpfosten

Ihre Ansprechpartner

Julia König

Thüringer Tourismus GmbH
Radwegekoordinatorin
Julia König

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Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
Netzplanung / Umweltschutz
Manuela Helbing

0361 574135-401
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